| Graben-Erdkollektoren
für Heizwärmepumpen |
Einführung
Das im folgenden näher beschriebene Grabenkollektorsystem wurde vom
Ing. Büro H. Gerbert entwickelt und seit 1976 im praktischen Betrieb
getestet. Die Entwicklungsaufgabe war, ein Erdkollektorsystem zu entwickeln,
das folgende charakteristischen Merkmale aufweist: |
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Erdgrundfläche so klein als möglich |

Erdbewegungskosten so klein als möglich |

Natürliche Regeneration während der Sommermonate |

Monovalentes Erdkollektorsystem mit Solewärmepumpe
ohne Zweitenergie |
Beschreibung
Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, dass beim Grabenkollektor die Rohre
parallel übereinander in einem stehenden Register angeordnet werden.
Dies entspricht physikalisch einer Platte, deren Oberfläche 25% größer
ist als eine glatte Platte. Dabei ist es wichtig, die Rohre in einer Tiefe
zu verlegen, die ganzährig ein genügend hohes Temperaturpotential
besitzt.
Über 400, von 1976 bis heute, installierte Anlagen in Deutschland,
Österreich und der Schweiz und ein wissenschaftlich begleiteter Langzeitversuch
im Forschungszentrum Obdach, bilden eine breite Erfahrungsbasis. Aus dieser
können exakte Aussagen und Bedingungen abgeleitet werden.
Als solche ergeben sich:
• Monovalent betriebenes Heizsystem mit Wärmeentzug aus dem
Boden und maximaler Vorlauftemperatur von 45°C bis 55°C.
• Feuchte Erden und ihre Mischungen (ausser reiner Sand oder reiner
Kies) sind für die Grabenkollektoren geeignet. |
Systembeschreibung des Grabenerdkollektors
Dieser besteht aus einer Anordnung von mehreren, in geringem Abstand laufenden
Kunststoffrohren (siehe Abb.1).
Der Graben: Tiefe 3 m, Breite an der Basis 1,2 m, an der Oberfläche
etwa 2,5 m.
Die Kollektorrohre sind in einem vertikalen Abstand von 10 cm verlegt.
Dies ergibt je Graben-Meter eine Wärmetauschfläche von etwa
2,5 m². Die Enden der Vorlaufrohre münden in ein Vorlaufverteilerrohr,
in gleicher Weise die Enden der Rücklaufrohre in ein Rücklaufverteilerrohr.
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Abb. 1: Rohrverlegung und Grabenausbildung beim OKD-Grabenkollektor |
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Betriebserfahrungen
Bei den seit 1976 bis heute in Betrieb genommenen Grabenkollektor- Wärmepumpenanlagen,
die alle mit automatischen, aussentemperaturabhängigen Regelungen
ausgerüstet sind, konnten keine besonderen Störungen registriert
werden.
Die meisten der installierten Anlagen wurden durch den Kundendienst jährlich
kontrolliert, so dass ein umfangreiches Material zur Beurteilung der Anlagen
vorliegt. Die Auswertung ergibt, dass die Anlagen mit Soleeingangstemperaturen
die zwischen +10°C bei Beginn der Heizperiode liegen und je nach bautechnischer
Güte des Objekts und Erdbeschaffenheit niedrigste Werte mit 4°
bis -5°C während der Wintermonate erreichen können. Ab Ende
Februar haben die Temperaturen den Tiefstpunkt überschritten und
beginnen wieder zu steigen. Dabei kann man davon ausgehen, dass die natürliche
Regeneration bis Ende August erfolgt ist und die neue Heizperiode mit
der gleichen Anfangstemperatur beginnt.
Die Vegetation zeigt über dem Grabenkollektor gegenüber den
nicht belegten Flächen keinen Unterschied.
Die dem Wärmepumpensystem zugeortneten Fussbodenheizungen die mit
einer maximalen Vorlauftemperatur von =< 40°C arbeiten, garantieren
eine gute Leistungsziffer die bei 4,0 bis 4,8 liegt. Die spezifischen
Verbrauchswerte liegen bei Wohnhäusern zwischen qspez = 20 bis 55
kWh/m²a. |
Ausführungsmöglichkeiten
Für die erreichbare Wärmepumpenleistung ist in erster Linie die
Grabenlänge massgebend. Die Form des Grabens ist dabei von untergeordneter
Bedeutung. Der Graben kann geradlinig gestreckt, in L-Form oder in U-Form
ausgelegt werden (siehe Abb.2).
Die besten Ergebnisse haben sich mit Erdmaterialien ergeben, die wasserdurchlässig
sind, weil mit diesen Materialien eine optimale Regenerierbarkeit erreicht
wird. Die Grabenkollektoren sind zum Einsatz in monovalenten Anlagen geeignet.
Die besten Ergebnisse lassen sich als Kombination „Grabenkollektor,
Solewärmepumpe, Fussbodenheizung“ erzielen. Für die Herstellung
eines Grabens von 25 m Länge werden für das Ausheben und Wiederanfüllen
ca. 10 Maschinenstunden mit einem Bagger mit einer 1 m breiten Baggerschaufel
benötigt. Daraus ergibt sich, dass die Kosten für die notwendigen
Erdbewegungen wesentlich niedriger liegen als beim Flächenkollektor.
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